"Rasen tötet" Präventionsprojekt an unserer Schule
In der Woche vom 20. bis 24. April fand an unserer Berufsschule das eindrucksvolle Präventionsprojekt „Rasen tötet“ des Polizeipräsidiums Oberfranken statt. Ziel der Veranstaltung war es, junge Erwachsene für die Gefahren von überhöhter Geschwindigkeit und illegalen Straßenrennen zu sensibilisieren.
Als Referentin besuchte uns Polizeibeamtin Hanna Rieß, die das Projekt über jeweils drei Schulstunden hinweg in verschiedenen Klassen durchführte. Am Donnerstagvormittag nahm unter anderem eine 11. Klasse der Rechtsanwaltsfachangestellten sowie der Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen teil. Auch der Schulleiter war präsent, ebenso begleitete der Nordbayerische Kurier die Veranstaltung.
Eröffnet wurde das Projekt mit einer persönlichen Einstiegsfrage: „Wann hattet ihr bisher Kontakt mit der Polizei?“ Die Schülerinnen und Schüler berichteten von ganz unterschiedlichen Erfahrungen – von beruflichen Berührungspunkten in Kanzleien oder im Versicherungswesen bis hin zu Erlebnissen aus der Kindheit, etwa im Kindergarten oder bei der Fahrradprüfung und Verkehrserziehung. Damit wurde deutlich, dass das Projekt gezielt an eine ältere Zielgruppe anknüpft und die Verkehrsprävention in der Berufsschule fortführt.
Nach einer kurzen Ansprache des Schulleiters stellte Anna Rieß das Projekt und dessen Hintergrund vor. Im Mittelpunkt stand ein realer Unfall, der sich am 14. Juli 2018 ereignete. Zwei Männer – ein 27-jähriger Fahrer eines stark motorisierten Audi TTRS sowie ein 53-jähriger Motorradfahrer auf einer Suzuki GSX-R 1000 – lieferten sich ein illegales Wettrennen. In den Unfall verwickelt war zudem ein unbeteiligter Autofahrer, der mit seinem zehnjährigen Sohn unterwegs war. Die dramatischen Folgen dieses Rennens bildeten die Grundlage der gesamten Veranstaltung.
Ergänzt wurde das Projekt durch das Anhören von Originalmitschnitten eines Notrufs sowie durch Videoaufnahmen, die im Zusammenhang mit einem früheren Wettrennen entstanden waren. Diese authentischen Materialien vermittelten die Situation auf emotionaler Ebene und machten die Tragweite der Ereignisse deutlich.
Im Anschluss arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in Gruppen und setzten sich intensiv mit den verschiedenen Beteiligten des Unfalls auseinander. Dabei wurden nicht nur die Perspektiven der Fahrer betrachtet, sondern auch die Gefühle von Angehörigen, Rettungskräften, Ersthelfern sowie juristischen Akteuren wie Richtern reflektiert. Diese Perspektivarbeit förderte ein tiefes Verständnis für die weitreichenden Konsequenzen eines solchen Fehlverhaltens.
Den Abschluss bildete ein bewegendes Video, in dem die Ehefrau des verunglückten Autofahrers zu Wort kam. Ihr eindringlicher Appell an die Jugendlichen lautete: „Rasen tötet.“
Am Ende der Veranstaltung hatten die Schülerinnen und Schüler zudem die Möglichkeit, sich auf dem Schulhof einen Anhänger mit den originalen Unfallfahrzeugen anzusehen. Diese direkte Konfrontation mit den realen Folgen eines solchen Geschehens hinterließ bei vielen einen besonders nachhaltigen Eindruck.
Ein herzlicher Dank gilt dem Polizeipräsidium Oberfranken und insbesondere Frau Anna Rieß für die eindrucksvolle Durchführung des Projekts. Ebenso danken wir unserer Schulsozialpädagogin – Initiatorin des Projekts sowie Herrn Veth Ansprechpartner des Projekts beim Polizeipräsidium Oberfranken. Ein weiterer Dank gilt der Schulleitung für die Unterstützung dieses wichtigen Präventionsangebots.
Das Projekt hinterließ bei allen Beteiligten einen bleibenden Eindruck und leistete einen wichtigen Beitrag zur Verkehrserziehung und Prävention an unserer Schule.