Austauschtreffen zwischen Lehrenden der KV Zürich und den oberfränkischen kaufmännischen Berufsschulen stärkt die Schulentwicklung
Bereits zum sechsten Mal trafen sich Schulleitungen sowie Qualitätsmanagementbeauftragte der oberfränkischen kaufmännischen Berufsschulen mit Expertinnen und Experten aus der Schweiz zum fachlichen Austausch über Schulentwicklung und Qualitätsmanagement. Zu den beteiligten Schulen zählten die beiden gastgebenden Schulen – die BS II sowie das BSZ Bayreuth – die Berufsschule III Bamberg, die Berufsschule II Coburg und die KV Zürich. Ins Leben gerufen wurde das Austauschtreffen 2016 von der Regierung von Oberfranken, die seither federführend für dessen Organisation verantwortlich ist.
Die Delegation der KV Zürich reisten bereits am Sonntag an. Am Montag wurden die Gäste (Schulleiter, stellvertretender Schulleiter und drei Mitglieder der Qualitätsmanagementkommission) vom Sachgebietsleiter Berufliche Schulen, Gerhard Topinka, in der Regierung von Oberfranken willkommen geheißen. Danach erklärte der Regierungsvizepräsident Thomas Engel den Aufbau und das Aufgabengebiet der Regierung von Oberfranken und führte danach durch das Gebäude der Regierung. Im Anschluss daran stand der Austausch an der Berufsschule II Bayreuth im Mittelpunkt.
Schwerpunkt der Gespräche waren die aktuellen Trends und Themen der Schulentwicklung und des schulischen Qualitätsmanagements sowohl auf Ebene der Regierung bzw. des Freistaats Bayern als auch auf Ebene der Schulen. Nachdem von der Regierung von Oberfranken die Themen „Zukunft der externen Evaluation“ und „Schulentwicklung in Oberfranken“ behandelt wurden, stellten Lehrkräfte der BS II Bayreuth in mehreren Keynotes das Qualitätsmanagementsystems QmbS, agile Schulentwicklungsprozesse mit Kanban, digitale Werkzeuge wie Canva, KI-Anwendungen und Fobizz, Projekte im Bereich E-Commerce und Künstliche Intelligenz, internationale Kooperationen im Rahmen von Erasmus+ sowie die Zusammenarbeit mit externen Partnern vor. Schulleiter Stefan Mahnke stellte den ausgeprägten Teamgeist und die herausragende europäische Vernetzung seiner Schule heraus.
An die einzelnen Fachvorträge schlossen sich intensive Diskussionen und Erfahrungsaustausche an. Dabei wurden insbesondere Möglichkeiten erörtert, erfolgreiche Konzepte gegenseitig zu adaptieren und die Schulentwicklung weiter voranzubringen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema der „Evidenzbasierten Schulentwicklung“.
Neben dem fachlichen Programm lernten die Gäste auch die kulturellen und kulinarischen Besonderheiten Oberfrankens kennen. Nach einer interessanten und spannenden Führung in der Brauerei Maisel klang der Abend bei einem gemeinsamen Essen im Gasthaus Oskar aus. Auch hier boten sich noch zahlreiche Gelegenheiten für persönliche Gespräche und die Vertiefung der internationalen Kontakte.
Am darauffolgenden Tag wurde das Programm am BSZ Bayreuth fortgesetzt. Schulleiter Bernhard Grünewald und stellvertende Schulleiterin Sabine Deinlein stellten in ihren Vorträgen die besondere Stellung des BSZ Bayreuths mit insgesamt sechs verschiedenen Schularten und den damit verbundenen Herausforderungen vor. Bayernweit einmalig ist hier die am BSZ angesiedelte Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung, Förderschwerpunkt Lernen.
Im Anschluss zeigte der Schulleiter der KV Zürich, Herr Christian Wölfle aktuelle Themen seiner Schule und von überschulischer Bedeutung kurz auf. Im Zentrum seiner Ausführungen stand die Bildungsreform, bei der neben dem Lehrplan auch die Prüfungsstruktur grundlegend verändert wurde. Anstelle der Fächer werden in der Schweiz nun Handlungskompetenzbereiche beschult. In den Prüfungen wurden bedeutend mehr mündliche Bestandteile eingeführt als vorher. Auch die Handlungsempfehlungen der letzten externen Evaluation der KV Zürich wurden gemeinsam diskutiert.
Nach der lebendigen Diskussion konnten sich alle Beteiligten bei einem 4-Gänge Menü im Bistro des BSZ stärken. Beeindruckend war dabei die Qualität des Menüs und das freundliche Service – für beides waren Lernende der Staatlichen Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung zusammen mit ihrer Lehrkraft Frau Ponfick-Hanusch verantwortlich.
Am Ende zogen alle Teilnehmenden ein äußerst positives Fazit. Der konstruktive und gewinnbringende Austausch, die wertvollen Expertenmeinungen sowie die zahlreichen Impulse für die Weiterentwicklung der Schulen unterstreichen den hohen Stellenwert dieser mittlerweile zehnjährigen Partnerschaft – welche auch zukünftig im Rahmen gegenseitiger Besuche unter Koordination der Regierung von Oberfranken weiter fortgeführt werden soll.