Verzahnung von Lehre und Studium - Kooperation Uni Bayreuth und KBS Bayreuth

Der folgende Text basiert auf der Medienmitteilung der Universität Bayreuth vom 22.03.2022

Im Rahmen einer bundesweit einmaligen Kooperation zwischen der Universität Bayreuth (UBT) und der Staatlichen Berufsschule II (Kaufmännische Berufsschule) werden Studium und duale Berufsausbildung neu verzahnt: Studierende, die sich mit dem Gedanken an eine Berufsausbildung tragen, und Auszubildende, die nach der Lehre ein Studium aufnehmen wollen, haben in Bayreuth die Möglichkeit, dies risikolos auszuprobieren und ohne Zeitverlust umzusetzen.

Praktika in Unternehmen und an der Berufsschule für BWL-Studierende

Die erste Möglichkeit richtet sich an BWL-Studierende, die erkennen, dass ein Studium nicht das Richtige für sie ist. Zunächst bleiben diese Studierenden an der UBT eingeschrieben, absolvieren aber ein komplettes Schulhalbjahr an der Kaufmännischen Berufsschule Bayreuth, inklusive eines Praktikums in einem Ausbildungsbetrieb. Da diese Zeit als Urlaubssemester an der Universität gewertet wird, verlieren die Studierenden kein Fachsemester und können problemlos unter Anrechnung des Praktikums wieder an die Universität Bayreuth zurückkehren. Wenn sie jedoch statt weiter zu studieren in die berufliche Ausbildung wechseln möchten, ist dies unter Anrechnung des ersten Schul- /Praktikumshalbjahres und einer damit verbundenen Verkürzung der Ausbildungsdauer möglich.

Modulstudium - Eine Brücke zum Studium für Auszubildende

Die zweite Möglichkeit richtet sich an Auszubildende in einem staatlich anerkannten kaufmännischen Ausbildungsberuf, die eine allgemeine Hochschulreife haben. Sie können parallel zur dualen Ausbildung bereits ausgewählte Vorlesungsangebote der Fachsäule Wirtschaft in der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der UBT belegen. Mit Genehmigung des Ausbildungsbetriebs besuchen die Auszubildenden als sogenannte „Modulstudierende“ Lehrveranstaltungen an der Universität. Nach dem Ende der dualen Ausbildung steht ihnen frei, ob sie Vollzeit in das BWL-Studium wechseln oder ihren beruflichen Weg weiter beschreiten, z. B. im bisherigen Ausbildungsbetrieb.

Selina Kohl ist Auszubildende bei der Firma Goodbaby (Cybex). Sie kommt zum Sommersemester 2022 an die Universität Bayreuth. Wenn sie das Programm der bilateralen Kooperation Berufsschule-Uni absolviert hat, wird sie die erste Industriekauffrau mit einem parallel erworbenen Bachelor-Abschluss in BWL sein.© Universität Bayreuth
Selina Kohl ist Auszubildende bei der Firma Goodbaby (Cybex). Sie kommt zum Sommersemester 2022 an die Universität Bayreuth. Wenn sie das Programm der bilateralen Kooperation Berufsschule-Uni absolviert hat, wird sie die erste Industriekauffrau mit einem parallel erworbenen Bachelor-Abschluss in BWL sein.

Offene Türen für ein vollkommen neues Projekt

Das Logo der Kooperation zwischen der KBS und der Universität Bayreuth© KBS Bayreuth

„Im Kultusministerium fanden wir ausschließlich offene Türen vor, als wir die Idee vorstellten, denn alle Beteiligten profitieren von diesem Projekt: Die Universität bietet Studienzweiflern eine sehr gute Alternative zum Studium oder gewinnt neue Studierende. Leistungsstarke Auszubildende, die sich für ein Studium im Anschluss interessieren, verkürzen ihre Studienzeit, und Unternehmen erhalten ein erfolgversprechendes Personal Recruiting und Development Tool. Perspektivisch könnten Auszubildende bereits ab Ausbildungsbeginn die Universität besuchen, diese Option würde die Duale Ausbildung für neues Klientel interessant machen“, analysiert Bernhard Grünewald, Schulleiter der Staatlichen Berufsschule II Bayreuth.

 

„Wir haben hiermit etwas wirklich Neues geschaffen“, sagt Prof. Dr. Friedrich Sommer, Studiendekan Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bayreuth. „Im Gegensatz zu bereits bestehenden Angeboten können die Auszubildenden ein reguläres BWL-Studium absolvieren. Und das Unternehmen kann eine zukünftige Fachkraft an sich binden.“. Bereits 20 Ausbildungsbetriebe haben ihre Teilnahme an dieser bilateralen Kooperation zugesagt. Erste Teilnehmer in beiden Varianten gibt es ebenfalls bereits. So ermöglichte die ZAPF GmbH aus Bayreuth bereits im vergangenen Jahr einer interessierten BWL- Studentin ein Praktikum, welches nahtlos nach zwei Monaten in ein Ausbildungsverhältnis überging. „Die Erfahrung zeigt uns, dass ehemalige Studierende sehr motivierte Auszubildende und Arbeitnehmer sind. Gerne gehen wir den innovativen Weg des Personal - Recruiting als Unternehmen mit“, betont Johannes Richter, verantwortlicher Personalleiter der ZAPF GmbH.

Den zweiten kreativen Weg der Personalentwicklung beschreitet das Unternehmen Goodbaby (Cybex) aus Bayreuth, mit einer Auszubildenden ab April 2022. „Wir wollen unserer sehr leistungsstarken Auszubildenden eine attraktive Perspektive bieten und sie auf ihrem Karriereweg bestmöglich unterstützen”, erläutert Sophia Schönhammer, Specialist Future Talents bei Cybex, das Engagement ihres Unternehmens im Rahmen des Kooperationsprojekts.

Weiterführende Informationen

Sie haben Interesse an diesem Projekt? Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Seite des Kooperationsprojekts.